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Liebe Leserin, lieber Leser,
wenn Sie diesen Pfarrbrief in Händen halten, sind wir schon mittendrin in der für mich
schönsten Zeit des Jahres: Alles grünt und blüht, Vögel zwitschern und Insekten summen,
obendrein strahlt der Himmel meist blau und es ist warm genug, dass man sich abends auf
den Balkon setzen kann.
Welche Zeit des Jahres eignet sich besser, um das einzuüben, was heutzutage als

„Achtsamkeit“

in aller Munde ist?

Achtsamkeit, das heißt:
Ganz bewusst wahrnehmen, was um mich herum ist und geschieht, gerade auch die kleinen, scheinbar
nebensächlichen Dinge – wie eben z. B. schwirrende Schwebfliegen über dem Rosenbeet oder die
Amsel, die eifrig im Grasherumhüpft und ihren Schnabel mit Futter für ihre Jungen füllt.
Oder auch das zarte Spargelgericht ganz bewusst und langsam
genießen, samt dem dazugehörig  Schluck Weißwein…

Wenn ich im Internet nach Definitionen des Begriffs Achtsamkeit suche, lese ich vielfach,
dass man sich darin üben soll, das, was man wahrnimmt, nicht zu bewerten. Hier sieht man, dass das
Konzept in dieser Form aus der buddhistischen Lebensweisheit stammt, für die das Ablegen jeder
Emotion ein wichtiger Schritt der geistigen Entwicklung des Menschen ist.

Für mich folgt aus dem achtsamen Wahrnehmen der Dinge jedoch kein
emotionsloses „Aha.“, sondern ein frohes „Danke!“ Denn unser christlicher Glaube sagt ja, dass
alle guten Dinge von Gott kommen. Dass Gott uns seine Liebe in all dem Alltäglichen erweist,
das wir zum Leben brauchen:
Trinken, Essen, ein Dach über dem Kopf; aber auch menschliche Nähe, Rat und Hilfe und
so vieles mehr. Von dem Guten und Schönen, das uns über dieses Lebensnotwendige
hinaus begegnet – eben zum Beispiel die sommerliche Natur, eine schöne Melodie oder einefrohe Runde
um den Tisch - dürfen wir uns noch einmal ganz besonders beschenkt fühlen.

So möchte ich Sie zur
Achtsamkeit ermutigen!

Halten Sie immer mal wieder inne und nehmen Sie wahr, was Ihnen gerade an Gutem
begegnet. Und tun Sie dann auch den nächsten Schritt:
Schicken Sie ein Dankgebet an den Schöpfer, der uns ohne Unterlass
immer neue Liebesbeweise schenkt.
Einen wunderbaren Sommer, den Sie achtsam und dankbar genießen
können, wünscht Ihnen Ihre

Angelika Joachim,
Gemeindeassistentin

11858 rose mit schwebfliege by dr albrecht garsky pfarrbriefservice

Bild: Dr. Albrecht Garsky
In: Pfarrbriefservice.de

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