logo PG Knetzgau

Der Zeiten Lauf und wir darin
Liebe Angehörige unserer Pfarreiengemeinschaft,
auch wenn uns der Fasching 2024 hie und da aufheitern kann, - die Gegenwart insgesamt erscheint uns nach drei Corona-Jahren, Ukraine- und Gaza-Krieg, Umweltkatastrophen vor der Haustür, lahmender Wirtschaft reichlich düster. „Das wird noch böse enden!“ sagen die Pessimisten. –
Halt! Vorsicht! Die Pessimisten haben nicht immer recht. ...Dazu einen sarkastisch-ironischen Artikel, den ich vor einiger Zeit im Haßfurter
Tagblatt gefunden habe:

Der Mensch war aufgrund seines Weitblicks und großen Verstandes schon immer sehr gut darin, künftige Entwicklungen vorauszusehen. "lch glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Er-scheinung", erklärte Kaiser Wilhelm II. souverän. Und er war nicht der Einzige, der der Welt etwas vom Pferd erzählte.
"Wer zum Teufel will denn Schauspieler sprechen hören?", fragte der US-Filmproduzent Harry Warner, als der Tonfilm erfunden wurde. Und das wollte dann ja auch niemand - nicht einmal, als später Til Schweiger in Filmen zu sprechen anfing.
Den Beatles stand die Plattenfirma Decca 1962 skeptisch gegenüber und verweigerte ihnen einen Plattenvertrag mit der Begründung: "Gitarren-bands kommen aus der Mode". Daher hat seitdem auch niemand mehr von ihnen gehört.
Sehr realistisch erkannte auch die Petersburger Akademie der Wissen-schaften schon im Jahr 1806: "Das Erdöl ist eine nutzlose Absonderung der Erde. Seiner Natur nach ist es eine klebrige Flüssigkeit, die stinkt und in keiner Weise verwendet werden kann." Kein Wunder, dass Erdöl bis heute keinen interessiert.
Auch kluge Politiker lagen mit ihren Prognosen meist goldrichtig. Der SPD-Politiker Gerhard Schröder meinte im Juni 1989, nach 40 Jahren Bundesrepublik sollte man eine neue Generation nicht über die Chance einer Wiedervereinigung belügen und prophezeite: „Es gibt sie nicht.“
Und im Januar 1989 sagte Erich Honecker, Staatsratsvorsitzender der DDR, die Mauer werde auch in 5O oder 100 Jahren noch stehen. Daher steht sie auch heute noch ganz prächtig da, wie jeder nachprüfen kann.

Liebe Leserin, lieber Leser, der Lauf der Zeit führt nicht unweigerlich nur abwärts, - die Katastrophe, das Desaster ist längst nicht vorprogrammiert. – Denn in diesem Zeitenlauf schwimmen wir mit, du und ich, denkende, fühlende, hoffende, Gott vertrauende Menschen.
Mit kühlem Kopf, Mut und Ausdauer können wir manches zu unseren Guns-ten drehen. – Dazu – in Konzession an den Fasching – ein launig-humoriges Gedichtlein:


Zwei Fröschlein, die vom Duft verführet,
den Milchtopf innen inspizieret,
entbehrten nach so selt´ner Labung
zum Ausstieg jeglicher Begabung.
Der eine gibt bald auf das Hoffen
und ist auch wirklich dann ersoffen.
Der andre lässt sich nicht beirren,
er denkt: Das soll mir nicht passieren!
Er paddelt weiter nun allein,
denkt sich: Mir fällt schon etwas ein!
Wenn auch die Mühe wächst mit Stunden,
er rudert seine Milchtopf-Runden,
…bis er am Morgen – dann zwar blass –
auf frisch gerührter Butter saß.


Seriöser, christlicher drückt es ein russisches Sprichwort aus:
„Bete, bete - aber hör´ nicht auf mit dem Rudern!“
Für beides wünsche ich Ihnen im Jahr 2024 Lust und Kraft.


Ihr Siegfried Vogt, Pfr. i. R.

                           

 

 

 

­